Trauerkaffee

Ein Angebot für trauernde Angehörige, die mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen wollen.

In gemütlicher Runde trinken wir Kaffee und essen Kuchen. Frauen, die mit der Trauerarbeit vertraut sind, bieten Impulse die zum Zuhören einladen oder zum Gespräch anregen.

Jeden zweiten Montag im Monat von 14.30 - 16.00 Uhr ist Treffpunkt im Kolpinghaus,

Hehlestraße 2,    89584 Ehingen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, kommen sie einfach dazu.

 

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10 jähriges Jubiläum Trauercafe am 10.1.2018
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Die ökumenische Hospizgruppe feierte letzte Woche mit einer besinnlichen Weihnachtsfeier den Abschluss ihres Jubiläumsjahres 20 Jahre Hospizarbeit in Ehingen. Die Gruppe besteht aus den Einsatzkräften, der Verwaltung und dem Förderverein. Dabei sind auch drei neue Begleiterinnen und ein Begleiter, die nun ihr Praktikum und die Hospitationen vor sich haben. Im April werden sie mit einem Gottesdienst ausgesandt werden.

 

Text. Anne Hagenmeyer  Foto: Roland Gaschler

 

Feier zum 10-jährigen Bestehen des "Trauerkaffee"

 

 

 

Am 8. Januar durften wir das 10-jährige Bestehen des Trauercafés feiern. Dazu konnten wir 29 Anwesende mit einem kleinen Sektempfang im Kolpinghaus begrüßen. Ein herzliches Willkommen galt auch Herrn Diakon Gaschler, der sich dankenswerterweise bereit erklärte, eine Wortgottesfeier mit uns zu halten. Mit dem Thema „Schritte auf dem Weg zur Quelle" informierte er uns mit Texten, Psalmen und Liedern über die Wichtigkeit der Quellen und das Wasser des Lebens. Frau Meßmer las das Märchen vom Lebenswasser, dem alle nachdenklich zuhörten, vor. Anschließend wurde jeweils eine Kerze für die fünf Frauen und Männer angezündet, die aus dem Kreis des Trauercafés in den letzten 10 Jahren verstorben waren. Zum Schluss des Gottesdienstes spendete Herr Diakon Gaschler allen Anwesenden den Segen.

 

 

 

Danach informierte Frau Meßmer über das Entstehen des Trauercafés vor 10 Jahren. Herr Pfarrer Keck fand es damals in einem Gespräch mit Frau Meßmer gut und wichtig, dass Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, nach dessen Tod nicht allein mit ihrer Trauer sein sollten. Somit wurde entschieden, dass zusammen mit der Einsatzleiterin der Hospizgruppe Ehingen, Frau Lehnert, ein Trauercafé eingeführt wurde. Seit dieser Zeit treffen sich Frauen und Männer, die einen Angehörigen verloren haben, ein Mal monatlich zu einem gemütlichen, sinnvollen und wohltuenden Nachmittag mit wertvollen Gesprächen, Kaffee und Kuchen. Außerdem wird einmal jährlich ein Ausflug veranstaltet.

 

Im Anschluss des Entstehungsberichts wurden die Gäste am schön gedeckten Tisch mit einem Imbiss und Getränken versorgt sowie mit einem kleinen Geschenk bedacht. Mit gemeinsamen Liedern wurde der Nachmittag beschlossen. Für alle Teilnehmenden war es ein schönes, besinnliches und auch geselliges Fest, das mit vielen gegenseitigen, interessanten und auch wertvollen Gesprächen beendet wurde.

 

Heidi Wekenmann

 

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Adventsfeier Trauercafe am 11.Dezmber 2017

Wochenblatt vom 03.01.2018

 

 

 

„Du bist nicht allein gelassen“ ( RENATE EMMENLAUER )

 

 

 

Hospizgruppe Ehingen Neue Projekte sind der „Notfallplan“, „Letzte Hilfe“ und „Hospiz macht Schule“.

 

 

 

 

 

 

 

Die Ökumenische Hospizgruppe Ehingen möchte mit ihren Angeboten die Menschen auffangen, Sterbende wie Angehörige. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ und „Du zählst, weil Du du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens und darüber hinaus Bedeutung haben“ – zwei Zitate, das die elementare Basis der Hospizarbeit treffend definiert.

 

 

 

MENSCHEN TROST UND KRAFT GEBEN

 

 

 

„Sterben gehört zum Leben dazu. Wir wollen Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten, sie und ihre Angehörigen in schweren Zeiten nicht alleine lassen, ebenso Hinterbliebenen noch Trost und Kraft geben“, betonen Ute Häußler und Gabi Zügn. Die Einsatzleiterinnen der Ökumenischen Hospizgruppe Ehingen erachten diesen Dienst als sehr wertvolle Aufgabe.

 

 

 

Sie sind stolz auf das Geleistete in den zwei Jahrzehnten seit der Gründung der Institution. Stolz auf die Nähe, Zuwendung und Fürsorge, die das ehrenamtliche Team Menschen zuteil werden lässt. Stolz auf die selbstlose und große Menschenliebe der Sterbebegleiter, die kann durch nichts ersetzt werden kann. Ebenso stolz auf das Engagement der Verantwortlichen und auch des Fördervereins.

 

 

 

Der Leitsatz „Wir brauchen einander, wir können uns aufeinander verlassen“ bildet bei der Hospizgruppe eine tragfähige Symbiose. Allein die Zahlen aus dem vergangenen Jahr sprechen Bände, wie viel Idealismus in die Hospizarbeit und viel Freizeit an Sterbende und deren Angehörige eingebracht wurde, damit verbunden mit dem Geben von Wärme und Geborgenheit.

 

 

 

So haben die 22 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2016 an 365 Tagen immerhin 16 Sterbende in Pflegeheimen begleitet, 12 zu Hause und 2 im Krankenhaus. Auch die dafür aufgewendeten 4728 Kilometer sprechen für sich. Zum Trauercafé kamen 204 Besucher.

 

 

 

Letzteres ist ein offenes Angebot, ungeachtet der Konfession und Nationalität, für Menschen in Trauer, zum gemeinsamen Weinen und Lachen, um sich mit Trauernden auszutauschen und einander Trost zu spenden. Denn Trauer ist notwendig, um den Verlust zu überwinden. Geleitet wird das Trauercafé von Ilse Meßmer und Heidi Wekenmann. Beim nächsten Termin am 8. Januar, um 14.30 Uhr im Kolpinghaus in der Ehinger Hehlestraße 2 steht im Übrigen das 10-jährige Bestehen des Trauercafés auf dem Programm.

 

 

 

 

 

 

 

„Wir möchten die Menschen mit den Angeboten der Ehinger Hospizgruppe auffangen. In der medizinischen Arbeit bleibt hierfür selten Raum“, so der Tenor von Ute Häußler und Gabi Zügn. Beide sind ausgebildete Krankenschwestern und haben den Mangel an Zeit für persönliche Zuwendung an Patienten und Angehörigen in ihren Berufsjahren oft schmerzlich vermisst.

 

 

 

Umso unentbehrlicher werten sie die Sterbebegleitung und sind dankbar dafür, dass sich immer wieder Menschen für diese wichtige Aufgabe finden. Zu den aktuell 22 Sterbebegleitern sind derzeit sieben in Ausbildung, die stets ein Jahr dauert.

 

 

 

Am 22. April findet die Aussendungsfeier von sechs Frauen und einem Mann als Sterbebegleiter statt. Eine fundierte Ausbildung markiert Ute Häußler als Grundlage der Hospizarbeit. Ängste bei der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen zu versagen, brauche niemand haben. „Man braucht nur Herz, Liebe und Feingefühl. Einfach den Menschen das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind“, ergänzt Gabi Zügn und sagt weiter: „Sterbebeistand ist nichts Spektakuläres. Jeder kann ihn leisten. Durch ein offenes Ohr, einen stützenden Arm, ein wenig Herzensgüte, eine helfende Hand und vor allem durch Zeit. Infos zu den neue Projekten der Ehinger Hospizgruppe mit den Titeln „Notfallplan“, „Letzte Hilfe“ und „Hospiz macht Schule“ im nächsten Ehinger Wochenblatt am 9. Januar.

Wochenblatt vom Mittwoch, 10.01.2018

 

 

 

Würde und Wille der Menschen (RENATE EMMENLAUER)

 

Hospizarbeit Stets die Menschen im Blick, setzt die Hospizgruppe darauf, dass Würde und Wille der Patienten gewahrt werden.

 

RENATE EMMENLAUER

 

Die Menschlichkeit ist die elementare Säule der Hospizarbeit. Stets die Menschen im Blick, setzt die Hospizgruppe darauf, dass Würde und Wille der Patienten gewahrt werden.
„Wir stellen uns den Herausforderungen der Hospizarbeit. Wir wollen das Sterben thematisieren und einen würdevollen Umgang für Sterbende und deren Recht auf Selbstbestimmung erreichen“, sagt Ute Häußler. Die Einsatzleiterin der ambulanten Hospizgruppe in Ehingen spricht damit ein noch bis heute bestehendes Tabuthema an.

 


Das STERBEN IST NOCH EIN TABUTHEMA
„Weil man über das Sterben nicht spricht und vielfach Bedürfnisse und Wünsche nicht beachtet werden, müssen Sterbende oft fragwürdige Untersuchungen und therapeutische Eingriffe über sich ergehen lassen“, ergänzt sie.
Wie die ausgebildete Heilpraktikerin und Krankenschwester kritisiert, hätten maßgeblich Ärzte darauf Einfluss. Patienten und Angehörige seien mit spontanen tief greifenden Entscheidungen meist überfordert. Hier bringt sie die Hospizarbeit ins Spiel, die insbesondere Angehörigen neutrale Beratung bietet. Dabei stellt Ute Häußler die Fragen in den Mittelpunkt „Wie kann ich dem geliebten Menschen auf seinem letzten Weg helfen?“ oder „Wie kann ich ihm die Angst vor dem Sterben erleichtern“ und „Was braucht der Menschen für sein Seelenheil?“.

 

So hat die Hospizgruppe zum Projekt „Gut leben im Alter“ mit dem Ziel ältere und kranke Menschen zu begleiten, einen „Notfallplan“ für Patienten und Angehörige ausgearbeitet.

 

Gabi Zügn, Die stellvertretende Einsatzleiterin der Ehinger Hospizgruppe bezeichnet den „Notfallplan“ für Palliativpatienten als unentbehrliche Ergänzung zur Patientenverfügung.

 

NOTFALLPLAN FÜR WÜRDEVOLLEN TOD
Er benenne konkrete medizinische Maßnahmen wie Reanimation, Intensivmedizin, Bluttransfusion oder künstliche Ernährung. Zudem erlaube eine vom Hausarzt angeordnete Medikation den Betreuungskräften die Verabreichung von Medikamenten bei Schmerzen und anderen Symptomen. Rettungsteams erhalten wichtige Anweisungen und Informationen.
Zielgruppe für den „Notfallplan“ sind Bewohner von Pflegeheimen, Patienten, die von ambulanten Pflegediensten betreut werden sowie Patienten mit schweren oder chronischen Erkrankungen im häuslichen Umfeld, unter anderem Demenz oder Tumorerkrankungen.

 


LEIDEN LINDERN UND WOHLSEIN FÖRDERN
Im Gespräch mit Patienten, Angehörigen, Pflegefachkräften und dem Hausarzt werden mögliche Krisensituationen und sinnvolle Maßnahmen individuell besprochen. Wesentliches über die Erkrankung und der Wille des Patienten werden schriftlich notiert - dann vom Patient und Hausarzt unterschrieben. „Im Vordergrund steht, die Leiden zu lindern und das Wohlsein zu fördern. Den Menschen auf ihrem letzten Weg ein würdevolles Sterben zu ermöglichen“, berichtet Gabi Zügn. „Mit dem Notfallplan können Würde und Wille des Patienten gewahrt werden“, ergänzt Ute Häußler.
Als Ziel markiert sie, dass der Patient entsprechend dem Schriftstück anweisen kann, dass in Krisensituationen unnötige Maßnahmen oder Krankenhauseinweisungen vermieden werden oder der Patient bei einer lebensbedrohlichen Verschlechterung nach eigenem Willen versterben darf.

 


PROJEKT LETZTE HILFE
In der Planungsphase steht das Projekt „Letzte Hilfe“, bei dem in Zusammenarbeit mit der VHS Ehingen an zwei Abenden mit Angehörigen „Begleitung am Lebensende“ thematisiert werden soll.
Im Blick hat die Ehinger Hospizgruppe überdies das Projekt „Hospiz macht Schule“, bei dem geschulte ehrenamtliche Palliativkräfte örtliche Grundschulen besuchen, um mit Kindern das Tabuthema „Sterben und Tod“ spielerisch aufzuarbeiten.

 

 

 

Adventsfeier Trauercafe

 

„Wachet auf!“, so singen wir im Adventslied und „Seid wachsam!“, lesen wir in den biblischen Texten des Advents.

 

Dieses Lied begleitete die Besucher und Besucherinnen des Trauercafes durch ihre Adventsfeier. Diakon Gaschler lud die Anwesenden ein sich mit ihm in die Schlange der Wartenden einzureihen.

 

Wachsam sein – das ist die Botschaft des Advents.

 

Aber warum?

 

Was erwarten wir?

 

Worauf warten wir?

 

„Advent“ – das heißt für mich:

 

Ich darf noch etwas erwarten.

 

Ist jemand in Sicht? – Ist etwas in Sicht? – Ist nichts in Sicht? –

 

Dieses Leben ist und kann nicht alles sein.

 

„Richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn es nahet eure Erlösung“ – so heißt es in einem alten Adventsruf der Kirche.

 

Ein Aufruf, der zur Wachsamkeit mahnt.

 

 

 

Advent, das ist die Zeit, Ausschau zu halten. Gottes Retter will kommen.